TiddlyWiki – Speichere dein Wissen (Teil 2)

TiddlyWiki personalisieren

Wer meinen Anweisungen aus Teil 1 gefolgt ist, hat nun ein “jungfräuliches” Wiki vor sich, das darauf wartet, an die eigenen Bedürfnisse angepasst und gefüllt zu werden. Als Erstes könnt ihr über die Links im Tiddler “Getting Started” den Titel und Untertitel eures Wikis anpassen sowie das Hauptmenü in der linken Seitenleiste. Das Ergebnis könnte dann z.B. so aussehen wie auf folgendem Screenshot gezeigt:

TiddlyWiki mit angepasstem Titel und Seitenleiste

TiddlyWiki mit angepasstem Titel und Seitenleiste


Mehr Funktionen durch Plugins

Doch TiddlyWiki hat noch mehr zu bieten. So lassen sich über Plugins zahlreiche zusätzliche Funktionen in ein Wiki einbauen. Plugins sind dabei ihrerseits auch nichts anderes als spezielle Tiddler, so dass sie einfach per Copy and Paste in das eigene Wiki eingefügt werden können. Plugins findet ihr z.B. unter

Die Optik anpassen

Wem das Standard-Theme von TiddlyWiki nicht gefällt, der kann dem Wiki jederzeit ein anderes Aussehen verpassen. Auch hier gilt: alles ist ein Tiddler! Themes findet ihr etwa bei

Die TiddlyWiki-Familie

Neben den zahllosen Plugins und Themes gibt es mittlerweile eine ganze Reihe an speziell angepassten TiddlyWikis für die verschiedensten Zwecke. Besonders empfehlenswert finde ich “MonkeyPirateTiddlyWiki“, welches besonders durch verbesserte Tagging-Funktionen hervorsticht. Zudem gibt es einige für das Selbstmanagement-System GTD angepasste TiddlyWiki-Ableger, darunter etwa d-cubed, GTDTiddlyWiki oder meinen Favoriten in dieser Beziehung, nämlich MonkeyGTD.

Wiki-Inhalte austauschen

Eine letzte Funktion von TiddlyWiki möchte ich noch kurz vorstellen: die Möglichkeit, Inhalte von anderen TiddlyWikis zu importieren und diese zu synchronisieren. Diese Optionen verstecken sich hinter dem Link “backstage” oben rechts. Klickt man darauf, wird eine Leiste eingeblendet. Über “import” kann man ein anderse Wiki auswählen, aus dem man Tiddler importieren möchte. Hat man das einmal gemacht, erscheint dieses Wiki nun auch unter dem Punkt “sync”, über den man einzelne Tiddler zwischen Wikis abgleichen kann. Im “Backstage”-Bereich findet ihr auch die Links, um ein Wiki auf die neueste TiddlyWiki-Version zu aktualisieren oder einzelne Plugins zu aktivieren bzw. zu deaktivieren oder zu löschen.

Import-Funktion von TiddlyWiki

Import-Funktion von TiddlyWiki

Weiterführende Links

Zum Schluss möchte ich noch ein paar Links posten, die euch dabei helfen, sich weiter in das Thema zu vertiefen:

Dort findet ihr unter anderem Anleitungen und Links, wie ihr selbst Plugins und Themes für TiddlyWiki erstellen könnt sowie zahlreiche andere How-Tos.

Fazit

TiddlyWiki ist ein sehr einfaches, aber doch mächtiges und flexibles Werkzeug, um Informationen (fast) aller Art zu erfassen und zu organisieren. Ich selbst nutze TiddlyWiki seit einigen Monaten sowohl im Job als auch privat für persönliche Notizen und als Informationsspeicher. Dafür eignet es sich sehr gut. Für gemeinsam gepflegte Wissenssammlungen hingegen sollte man eher auf “große” Wikis wie z.B. MediaWiki zurückgreifen.

TiddlyWiki – Speichere dein Wissen (Teil 1)

Wikis findet man mittlerweile an vielen Ecken und Enden des Internets. Angefangen beim wohl bekanntesten Wiki, der Wikipedia, bis hin zu speziellen Fachwikis wie etwa dem bei Ubuntuusers.de. Doch es gibt nicht nur diese öffentlichen Wikis, an denen (mehr oder minder) jeder mitarbeiten kann, sondern auch welche für den “Eigenbedarf”, die als persönlicher Wissensspeicher dienen.

Die Datei ist das Wiki

Zur letztgenannten Kategorie gehört TiddlyWiki. Dieses Wiki ist als “Ein-Mann-Wiki” konzipiert und eignet sich daher in erster Linie für das persönliche Wissens- und Informationsmanagement. Auch in technischer Hinsicht hebt sich TiddlyWiki von anderen Wikis ab: Man braucht dafür kein PHP, MySQL oder andere Webtechnologien, sondern nur einen halbwegs aktuellen Browser, in dem man die TiddlyWiki-Datei öffnet. Denn mehr ist ein TiddlyWiki nicht: eine (HTML-) Datei, in der sowohl Programmlogik als auch Inhalt verpackt sind. Der in JavaScript geschriebene Code ist dabei auch noch OpenSource, was Änderungen und Erweiterungen jederzeit möglich macht (dazu mehr im 2. Teil)

Der Weg zum eigenen Wiki

Wie kommt man nun zum eigenen Wiki? Ganz einfach: Ein leeres TiddlyWiki herunterladen, lokal abspeichern und dann im (JavaScript-fähigen) Browser der Wahl öffnen. Je nach Browser bekommt man beim Öffnen noch ein Warnung gezeigt, dass der auszuführende Code eventuell schädlich sein könnte (insbesondere der Internet Explorer tut sich hier hervor), diesen Hinweis kann man aber getrost weg klicken.

Nun steht dem ersten Eintrag nichts mehr im Wege: Über “New Tiddler” lässt sich ein leerer sogenannter “Tiddler” anlegen, in dem man nun Text eintragen kann. Durch die Tiddler wird das Wiki strukturiert, man legt also am besten pro Thema einen Tiddler an (so wie man in einem “großen” Wiki eine eigene Seite anlegen würde). Die Tiddler lassen sich verschlagworten und untereinander verlinken, so wie man es von Wikis eben gewohnt ist.

TiddlyWiki mit neu angelegtem Tiddler

TiddlyWiki mit neu angelegtem Tiddler

Da es keinen WYSIWYG-Editor gibt, sollte man sich anfangs auch mit der Syntax, mit der man etwa Links kennzeichnet, vertraut machen. Möchte man diese in seinem Wiki zur Hand haben, kopiert man sich einfach den Quelltext des zugehörigen Tiddlers (siehe Link unten) in einen leeren Tiddler im eigenen Wiki, und schon hat man eine Übersicht zum Nachschlagen parat.

Hier zeigt sich auch schon, dass sich Inhalte leicht zwischen verschiedenen TiddlyWikis austauschen lassen. Das geht sogar so weit, dass sich der komplette Inhalt des einen Wikis in ein anderes übertragen lässt. Darüber und über die Möglichkeit, das Wiki mit Plugins zu erweitern, werde ich in Teil 2 berichten.

Die getätigten Änderungen speichert man vor dem Schließen des Wikis über “save changes”, womit eine aktualisierte Kopie der Datei auf der Festplatte abgelegt wird. (Hier erscheint dann auch nochmal eine Warnung des Browsers). Auf diese Weise erhält man bei jedem Speichern auch gleich eine Sicherungskopie, so dass man jederzeit zu einem früheren Stand zurückkehren kann.

Zum Schluss noch die Links, die ihr braucht, um mit TiddlyWiki loszulegen:

Kleiner Virtualbox-Tipp

Da ich gerne Linux-Distributionen ausprobiere, habe ich auf meinem System Virtualbox installiert, um andere Linuxe als Gastsystem laufen zu lassen. Nun kann es vorkommen, dass man beim Gastsystem in die Konsole wechseln möchte (etwa, um bei Sidux ein dist-upgrade durchzuführen…). Normalerweise funktioniert das ja per Strg+Alt+F1. Doch auf diese Weise schickt man nur den Linux-Host in die Konsole.

Die Lösung: einfach Host+F1 drücken (also standardmäßig die rechte Strg-Taste plus F1), und schon kann man beim Gast-Linux in die Konsole wechseln.

Open Source wählen

Die Bundestagswahlen stehen vor der Tür, und wer jetzt noch nicht sicher ist, welche Partei er/sie wählen soll, sollte sich noch schleunigst über deren Positionen informieren. Für Linux- bzw. Open Source-Anhänger allgemein dürfte auch interessant sein, wie die Parteien zum Thema “Freie Software” stehen. Dazu hat das Linux-Magazin eine Befragung gestartet, deren Ergebnis ihr am einfachsten über die dortige Startseite aufrufen könnt. Und auch die FSFE, die Free Software Foundation Europe, hat in ihrem Wiki die Positionen der Parteien zusammengefasst.

Egal für welche Partei ihr euch am Ende entscheidet: Macht von eurem Wahlrecht gebrauch und gebt am Sonntag eure Stimme ab!

Ach ja: für ganz Unentschlossene gibt’s noch den Wahl-O-Mat

Chrome OS: Open Source als Köder

Warum Google ein eigenes Betriebssystem herausbringen möchte, beschreibt meiner Meinung nach sehr treffend ein Artikel bei Spiegel Online. Die Kernaussage:

Je mehr Zeit Menschen im und mit dem Internet verbringen, desto besser für Google

Egal ob Android, Chrome oder Chrome OS: Hinter all den Open Source-Projekten von Google steckt letztlich nur ein Ziel, nämlich noch mehr Nutzer für die eigenen Dienste zu gewinnen und damit mehr Umsatz mit den eingeblendeten Anzeigen zu machen. Auch das Sponsoring von Firefox fällt letztlich in diese Kategorie, ist die Startseite des Browsers doch standardmäßig auf Googles Suchseite eingestellt.

Und mit einem eigenen Betriebssystem lassen sich Nutzerdaten nicht nur im Web, sondern auch auf dem Desktop sammeln, was noch zielgerichtetere (und besser bezahlte) Werbung ermöglicht. Google nutzt Open Source also letztlich nur als Köder für die eigenen proprietären Angebote.

In diesem Licht betrachtet, kann man Chrome OS durchaus als Angriff auf FLOSS ansehen. Für mich steht jedenfalls fest, dass mir kein Android-Handy und auch kein Chrome OS-Rechner ins Haus kommt. Da bleibe ich lieber bei “richtiger” Open Source und nutze weiterhin Linux…

Linuxtag 2009 für Daheimgebliebene

Nicht jeder kann (oder will) zum Linuxtag 2009 nach Berlin kommen. Doch dank folgender Angebote lässt sich das Treiben auf der Open Source-Veranstaltung auch vom Rechner aus verfolgen:

Linuxtag zum Anhören

RadioTux sendet einen Livestream vom Linuxtag. Die geplanten Beiträge sind im Sendeplan festgehalten (der sich allerdings noch ändern kann).

Linuxtag zum Nachlesen

Das Linux-Magazin hat ein Special zum Linuxtag eingerichtet, in dem Nachrichten zur Veranstaltung gesammelt werden.

Heise Open bietet zwar (noch?) kein Special an, hat aber auch bereits einige Artikel zum Linuxtag veröffentlicht.

Das war’s erst mal. Falls ich noch weitere Angebote entdecke (oder von euch darauf hingewiesen werde), werde ich die Liste ergänzen.

Blogparade – Mein Umstieg zu Linux

Der Blogparade von Roland möchte ich mich auch gerne anschließen und euch ein wenig über meinen Umstieg zu Linux erzählen.

Warum seid ihr auf ein anderes Betriebssystem umgestiegen?

Da gibt es mehrere Gründe: einerseits, weil Windows einige nervige Eigenschaften hat (die ich jetzt nicht alle breittreten will), mir der Gedanke der offenen und freien Software gefällt und ich schon immer einen Hang zu Dingen abseits des Mainstreams hatte.

Habt ihr euch stark über andere Möglichkeiten informiert?

Wenn man “Möglichkeiten” auf die zur Wahl stehenden Linux-Distributionen bezieht, dann ja. Die Wahl der “richtigen” Distribution kann für einen Einsteiger ziemlich verwirrend und frustrierend sein. Anhand einiger Linux-Zeitschriften und Internetseiten habe ich mich relativ lange auf meinen Umstieg vorbereitet. Meine Wahl fiel dann auf Ubuntu, nachdem ich mehrere Distributionen per Live-CD getestet hatte, weil es (damals mit Version 7.10) am besten mit meiner Hardware zusammenarbeitete. Mittlerweile habe ich mehrere Linuxe auf meinen Rechnern installiert, neben Ubuntu sind das momentan OpenSuse und Mandriva.

Als mögliche Alternative zu Windows hatte ich auch mal MacOS im Blick, doch das noch geschlossenere Ökosystem bei Apple brachte mich relativ schnell wieder davon ab.

Der Umstieg dauerte damit bei mir auch relativ lange, und komplett bin ich auch jetzt noch nicht auf Linux umgestiegen. Aber wozu auch die Eile, wenn Windows und Linux nebeneinander auf der Platte existieren können?

Was war schlussendlich der Grund für den Umstieg?

Die Tatsache, dass Linux mittlerweile auch von weniger versierten Nutzern zu bedienen ist und die Hardwareunterstützung stark verbesser wurde. Diese beiden Punkte hatten mich bei meinen ersten Gehversuchen mit Linux noch abgeschreckt.

Was war vorher schöner, besser, schneller, toller?

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Ob nun unter Windows manches oder vieles besser war/ist, ist die eine Frage. Auf jeden Fall ist Windows für mich immer noch das vertrautere System, wo ich ohne lange nachzudenken weiß, wo ich was einstellen muss usw. Bei Linux muss ich manchmal noch grübeln oder Google bemühen.

Und da Windows immer noch das “Standard-Betriebssystem” ist, bekommt man manche Software eben nur für Windows, und manche verbreitete Microsoft-Formate wie Word oder Excel machen unter anderen Systemen Probleme.

Was ist jetzt besser, schneller, schöner, toller?

Mir gefällt auf jeden Fall das Gefühl, ein “exotisches” Betriebssystem zu nutzen, welches eben nicht jeder auf seinem Rechner hat :D

Ausserdem mag ich Dinge wie die Paketverwaltung, mit der sich einfach neue Software installieren lässt, die riesige Auswahl an Programmen, für die ich keinen Cent bezahlen muss. Und nicht zuletzt die Tatsache, dass ich unabhängig von einem Großkonzern und dessen Produkt- und Lizenzpolitik bin. Mit Linux fühle ich mich einfach freier ;)

Bereut ihr euren Umstieg?

Nein.  Zwar hat mich der Umstieg einiges an Zeit und Mühen gekostet, aber ich würde es jederzeit wieder tun.

Würdet ihr Anderen diesen Umstieg empfehlen?

Nicht jedem. Wer nicht bereit ist, sich intensiver mit seinem Rechner auseinander zu setzen und/oder sich auf eine andere Philosophie einzulassen, sollte bei Windows bleiben oder einen Mac nutzen. Deshalb sehe ich auch nicht ein, warum man Nutzer anderer Betriebssysteme mit Gewalt “missionieren” sollte, um sie zum Wechsel auf Linux zu bewegen.

[Nachtrag] Da ist mir beim Veröffentlichen dieses Beitrags doch ein kleiner Fehler unterlaufen, und er bekam als Veröffentlichungsdatum den 1. Juni zugeteilt…hab’s soeben ausgebessert[/Nachtrag]

Wenn KMail bei Antworten den Originaltext nicht zitiert…

…lässt sich das einfach ändern: Über das Menü “Einstellungen”-> “KMail einrichten” das Fenster für die KMail-Einstellungen öffnen. Im Abschnitt “E-Mail-Editor” den Reiter “Standard-Vorlagen” wählen und bei “Reply to sender” einen neuen “Platzhalter” einfügen (“Ursprüngliche Nachricht” -> “Zitierte Nachricht” oder direkt “%QUOTE”)

Einstellungen für "Standard-Vorlagen"

Einstellungen für "Standard-Vorlage"

Ich hatte mich schon gewundert, warum KMail beim Antworten auf eine Mail den Text der ursprünglichen Nachricht nicht anzeigt. Nun, das lag daran, dass bei allen “Standard-Vorlagen” nur “%BLANK” eingetragen war, also ein leeres Editorfeld. Wie diese etwas eigenartige Einstellung dorthin gekommen ist, bleibt allerdings fraglich…

KDE4: Design der Arbeitsfläche ändern

Kuze Notiz an mich: Das Design der Arbeitsfläche lässt sich unter KDE4 folgendermaßen ändern: Rechtsklick auf den Desktop -> “Einstellungen zum Erscheinungsbild” -> “Arbeitsflächen-Design”.

Der Versuch, das Design über “Systemeinstellungen” -> “Erweitert” -> “Arbeitsflächen-Design-Details” zu ändern, war hingegen nicht von Erfolg gekrönt…

Arbeitsflächen-Einstellungen unter KDE4

Arbeitsflächen-Einstellungen unter KDE4

Petition gegen Netzsperren – auf zum Schlussspurt!

Über 110 000 Mitzeichner hat die Petition gegen Netzsperren bereits – doch angesichts der Tatsache, dass manche Politiker schon jetzt über eine Ausweitung derselben nachdenken, können gar nicht genug Unterzeichner zusammenkommen.

Deshalb: wer noch nicht dabei ist, sollte dies bis zum 16.06. nachholen!

P.S.: Ich frage mich sowieso, wie einige Politiker immer wieder Dinge behaupten können wie “Es kann doch nicht sein, dass es im Internet eine Welt ohne Recht und Gesetz gibt.” Das zeigt doch nur, wie wenig Ahnung die Damen und Herren von dem Medium haben, für welches sie Gesetze erlassen wollen. Schließlich ist es Betreibern von Webseiten bereits ebenso verboten wie Zeitungen, Mordaufrufe zu veröffentlichen, um einmal das Beispiel von Herrn Wiefelspütz aufzugreifen. Wo soll da also der viel beschworene “rechtsfreie Raum” eigentlich sein?