Review Sandisk Sansa Fuze

Versprochen hatte ich es schon lange, nun ist das Review zum Sandisk Sansa Fuze endlich fertig:

1. Technische Daten

Hier möchte ich nicht alle Details aufzählen, denn die findet ihr auf der Herstellerseite. Nur die wichtigsten Punkte: Neben der Hauptfunktion, dem Abspielen von MP3s, ist der Fuze zugleich auch Radio mit Aufnahmefunktion, Diktiergerät und Vieoplayer. Der interne Speicher, der je nach Modell 2, 4 oder 8GB groß ist, lässt sich per micoSD(HC)-Karten erweitern (die Obergrenze liegt laut Sandisk bei 16GB).

2. Lieferumfang

In der Packung finden sich neben dem Player noch Kopfhörer, USB-Kabel, Schutzhülle, CD und Bedienungsanleitung. Ein separates Netzteil ist nicht dabei, der Fuze wird über USB geladen (am PC oder über ein entsprechendes Ladegerät mit USB-Buchse). Die CD enthält wider Erwarten keine Software, sondern lediglich die Handbücher in verschiedenen Sprachen.

Das ist in der Packung

Das ist in der Packung

3. Verarbeitungsqualität/Design

Das Design erinnert etwas an den iPod Nano der dritten Generation, allerdings sind die Proportionen beim Fuze meiner Ansicht nach stimmiger. Die Vorderseite ist mit glänzemdem Lack überzogen, der Fingerabdrücke magisch anzieht. Die Rückseite besteht aus mattem, leicht gummiertem Kunststoff. Somit rutscht der Fuze nicht aus der Hand. Das Dreh-/Tastenrad auf der Vorderseite hat die selbe gummierte Oberfläche und einen guten Druckpunkt. Insgesamt bleibt der iPod die Referenz, was Design und Qualitätsanmutung angeht, der Fuze wirkt jedoch keinesfalls “billig”, sondern durchaus solide.

Frontansicht des Sansa Fuze

Frontansicht des Sansa Fuze

Weniger solide ist hingegen die mitgelieferte Tasche/Schutzhülle. Diese zeigt an der Naht mittlerweile Auflösungserscheinungen, was bei dem dünnen Stoff aber nicht weiter verwunderlich ist.

4. Bedienung

Die Bedienung lehnt sich stark an die des iPod an, allerdings ist beim Fuze hier und da ein Bedienschritt mehr notwendig. Die Navigation durch die etwas lieblos gestalteten Menüs erfolgt durch das Rädchen auf der Vorderseite, welches gedreht und nach oben/unten bzw. links/rechts gedrückt werden kann. Der Knopf in der Mitte dient zum öffnen/bestätigen der einzelnen Menüpunkte, mit der “Häuschen-Taste” rechts oben kommt man in die oberste Menüebene zurück.

Der Schalter an der rechten Seite ist Ein-/Ausschalter und Tastensperre in einem. Nach oben gedrückt, wird der Fuze eingeschaltet, nach unten geschoben wird die Tastensperre aktiv, was auch durch ein Schlosssymbol im Display angezeigt wird. Den Fuze kann man bei Nichtgebrauch entweder selbst ausschalten oder ihn einfach automatisch nach einer festgelegten Zeit in den Energiesparmodus wechseln lassen. In diesem Schlafzustand verbraucht er dann keine oder kaum Energie. Mir ist es jedenfalls noch nicht passiert, dass ein zuvor noch voll geladenes Gerät nach ein paar Tagen Herumliegen einen deutlich entleerten Akku gehabt hätte.

Damit ihr euch die Bedienung besser vorstellen könnt, habe ich ein kurzes Video gedreht:

5. Zusammenspiel mit dem PC

Um es kurz zu fassen: Wer iTunes hasst, wird den Fuze lieben. Denn er lässt sich auch ohne spezielle “Befüllsoftware” mit Musik betanken. Dazu schließt man ihn einfach im Massenspeicher-Modus (“MSC”) an den Rechner an. Dann wird er als Wechselspeicher erkannt und kann über den Explorer befüllt werden. Dieses Vorgehen funktioniert auch unter Linux ohne Probleme.

Anhänger des Windows Media Player schalten den Fuze in den MTP-Modus, womit er als Mediaplayer erkannt und eingebunden wird.

Etwas anders sieht es bei Videos und Fotos aus. Denn Filme und Bilder, die auf den Fuze sollen, müssen erst mit dem “Sansa Media Converter” umgewandelt werden. Die Software muss man zuerst bei Sandisk herunterladen (kostenlos), leider läuft sie nur unter Windows.

Der Sansa Media Converter

Der Sansa Media Converter

Der Sansa Media Converter unterstützt eigenen Angaben zufolge Videos im Format MPEG1, MPEG2, AVI, DAT, DVR-MS, MOV, QT, MP4, ASF, WMV, 3gp/3gpp2, DivX, VOB und Bilder im Format JPEG, TIFF, PNG, BMP, GIF, PCX, TGA.

Um Bilder/Videos auf den Fuze zu bekommen, schließt man ihn an den Rechner an, startet den Media Converter, sucht die zu konvertierenden Dateien aus und lässt sie dann umwandeln und auf den Fuze (oder die Speicherkarte) übertragen.

Für Firmware-Updates braucht man ebenso einen Windows-Rechner. Der “Sansa Firmware Updater”, der ebenfalls kostenlos heruntergeladen werden kann, holt dann die neueste Software aus dem Internet und spielt sie auf den Fuze. Es lohnt sich, hin und wieder nach einer neuen Firmware zu sehen, denn es werden auch immer wieder neue Funktionen eingebaut.

Ein wenig nervig ist die Tatsache, dass der Fuze nach dem Abziehen vom Rechner erst ein, zwei Minuten damit beschäftigt ist, seine Datenbank zu aktualisieren. Zumindest dann, wenn man an den auf dem Gerät gespeicherten Dateien etwas geändert oder neue hinzugefügt hat und sich wie bei mir mehrere GB auf Gerät und Karte befinden.

6. Klang

Die Einschätzung der Klangqualität ist natürlich eine sehr subjektive Angelegenheit. Mit den mitgelieferten Kopfhörern ist der Klang meiner Meinung nach nur mäßig, Musik klingt damit etwas “dumpf”. Mit anderen Kopfhörern wird auch der Klang besser. Im Vergleich zum iPod konnte ich keine Verbesserung oder Verschlechterung feststellen, feinere Ohren mögen da aber anders urteilen. Wer den Sound individuell anpassen möchte, dem stehen verschiedene voreingestellte Equalizer-Profile zur Verfügung, auch eine händische Einstellung ist möglich.

7. Ausdauer

Sandisk bewirbt den Fuze als Langläufer mit bis zu 24 Stunden Laufzeit. Und das ist nicht zu hoch gegriffen, denn im Dauer-Musikabspiel-Test hielt mein Fuze etwa 23,5 Stunden durch. Dabei war die Lautstärke auf 50% eingestellt, das Display wurde nur angeschaltet, wenn ich den Akkuzustand ablesen wollte.

8. Fazit

Wer einen kompakten, ausdauernden und einfach zu bedienenden MP3-Player sucht, um damit hauptsächlich Musik abzuspielen, bekommt beim Sansa Fuze ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis geboten. Linux-Nutzern wie mir kommt die einfache Befüllung per Dateimanager entgegen und ebenso die Ogg-Unterstützung.

Wer hingegen die Eierlegende Wollmilch-Multimedia-Sau sucht, sollte sich bei anderen Geräten, wie etwa dem iPod Touch umsehen. Die liegen dann aber auch preislich in einer anderen Liga.

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