Weg von Windows – ein Experiment (4)

Linux (Ubuntu) auf dem TC4400

Bei meinen Umstiegsbemühungen wollte ich natürlich nicht bei virtuellen Systemen und Live-CDs stehen bleiben. Sondern das alternative Betriebssystem, in diesem Fall Linux, musste “richtig” installiert werden. Auch wenn ich nicht jedes Detail wiedergeben will, folgen meine bisherigen Erfahrungen mit Ubuntu auf dem TC4400:

Was funktioniert

Fangen wir mit den positiven Dingen an. Ubuntu erkannte auf Anhieb mehr Hardware, als ich erwartet hatte. So funktionierte Wlan problemlos. Ich musste nur noch das Passwort eingeben, und schon war ich im Internet. Auch Bluetooth machte keine Zicken, meine BT-Maus konnte ich mit wenigen Klicks verbinden. Sogar der Stift lässt sich nutzen, wenn man ein paar Zeilen in der xorg.conf editiert. (Und mit “Xournal” gibt es sogar ein Pendant zu Windows Journal)

Einige der “Sondertasten”, etwa die Funktionstasten zur Helligkeitsregelung und zum Einstellen der Lautstärke, taten ebenfalls ihren Dienst.

Auch mit meinen Peripheriegeräten hatte ich Glück: sowohl für den Scanner (CanoScan N670U) als auch für den Drucker (Brother HL2030) gibt es passende Treiber für Linux. Und mit USB-Festplatten und -Sticks sind sowieso keine Probleme zu erwarten (Inkompatibilitäten der Dateisysteme mal außen vor gelassen).

Was (noch) nicht funktioniert

An einigen Stellen hakte es dann doch: So wurde der Kartenleser und der Fingerabdruckscanner nicht eingebunden. Wobei ich das noch verschmerzen könnte. Ärgerlicher ist dann schon, dass zwar Standby funktioniert, der Ruhezustand jedoch nicht (nach dem Aufwachen erscheint eine Fehlermeldung).
Auch die Tablet-Funktionen laufen nicht ganz rund: zwar lässt sich der Mauszeiger mit dem Stift steuern, aber eine “rechte Maustaste” lässt sich nicht nutzen (unter Windows durch längeres Gedrückthalten realisiert). Das Hauptproblem für mich als Tablet-Nutzer ist jedoch, dass es mir bislang nicht gelungen ist, das Display bzw. dessen Inhalt zu drehen. Zwar gibt es unter System->Einstellungen->Bildschrimauflösung die Möglichkeit, den Bildschirm zu drehen. Jedoch “friert” der Desktop nach dieser Drehung ein und wird nicht mehr korrekt dargestellt (es entstehen einerseits schwarze Balken und andererseits werden Bereiche nicht mehr angezeigt). Einige Versuche, das mit händischen Eingriffen zu ändern, führten teils dazu, dass die graphische Oberfläche komplett kaputt ging und ich mich auf der Textkonsole wiederfand.

Fazit

Auch wenn die Hardwareerkennung unter Linux schon recht ordentlich ist, so gibt es besonders bei “exotischen” Geräten Probleme. Das liegt aber weniger an Linux an sich, sondern an den Herstellern, die meist nur Treiber für Windows liefern und Linux einfach ignorieren. Wenn ich die Tablet-Funktionen nicht bräuchte, wäre Linux eine durchaus brauchbare Alternative zu Windows. Aber zumindest solange Dinge wie die Bildschrimrotation nicht ordentlich funktionieren, werde ich (gezwungenermaßen) bei Windows bleiben, zumindest am Tablet.

P.S.: Bei TuxMobil gibt es einige Tipps zu Linux auf Tablet PCs. Die habe ich allerdings noch nicht alle durch…